Der SEO-Prozess

Suchmaschinenoptimierung, wie geht das?

Immer wieder stoße ich auf komplettes Unverständnis im Bezug auf die Suchmaschinenoptimierung.  Das erkenne ich immer wieder daran, wie Aufträge an mich herangetragen werden.  Anfragen nach einem einmaligen Festpreis für eine Optimierung eines Onlineshops sind solche Anfragen, die ich meine.  Ich beantworte diese Anfragen alle natürlich, stoße aber dann immer wieder auf Unverständnis, wenn ich von einem monatlichen Budget in meinem Angebot schreibe.

Dieser, Irrglaube liegt auch die Annahme Zugrunde, dass eine Website ein Projekt ist, das ein Ende hat. Das Gegenteil ist der Fall. Der Sinn einer Website ist ja, die Nutzer zeitnah zu informieren. Manche Informationen sind in der Tat statisch, wie z .B. das Gründungsdatum einer Firma. Aber wenn es schon um Produktinformationen geht, sieht es meist schon weniger statisch aus.

Dann treffe ich immer wieder auf Personen, die der Mär vom schnellen und mühelosen Reichtum übers Internet erlegen sind. Leider gibt es auch in meiner Branche genug Schwarze Schafe, die dieses Thema immer weiter befeuern. Wenn wir jetzt mal diese o. g. Annahmen über Bord werfen und uns dem Kern meines Themas, der Suchmaschinenoptimierung, widmen. Komme ich auf folgendes Prozessflussdiagramm.

Der SEO-Prozess als Prozessflussdiagram

Grafik: Schematische Darstellung des SEO-Prozesses

 

 

Das Diagramm zum SEO-Prozess  ist natürlich grob vereinfacht dargestellt. Jeder Phase sind diverse Zwischenschritte zugeordnet, die spezifische Fragen einer jeden Phase im SEO-Prozess klären.

1. Ist-Analyse

Am Anfang einer jeden Optimierung steht die IST-Analyse. Hier wollen wir zunächst einmal feststellen wo unsere Seite aktuell steht. Wenn Sie den aktuellen Standort kennen, erleichtert es Ihnen die Orientierung und ein Weg zum Ziel findet sich leichter.

Wie viele Besucher habe ich?

Verschaffen Sie sich zunächst einmal einen Überblick über die Anzahl Ihrer Besucher. Hierfür gibt ihnen Google mit Google Analytics ein sehr nützliches Tool an die Hand.

Woher kommen die Besucher?

Mit einem Analyse-Tool können Sie auch auswerten, von welchen Quellen Ihre Seitenbesucher stammen. Sie könne so ermitteln, wie hoch der Anteil der Besucher von Suchmaschinen ist,  von welchen anderen Webseiten sie stammen oder ob Ihr Domainname schon so Präsent in den Köpfen ist, dass ihre Webseitenbesucher, die Webadresse direkt im Browser eingeben.

Welches Ziel verfolge ich mit meiner Website?

Mögliche Ziele
Als erstes sollten Sie zunächst für sich klären, wohin Sie überhaut mit Ihrer Website wollen.
  • Will ich informieren?
  • Erwarte ich ein bestimmtes Verhalten?
  • Will ich etwas verkaufen?
  • Soll ein bestimmter ist Stand gehalten oder gesteigert werden.

Welche KPIs  sind für die Zielerreichung definiert?

Die KPIs (Key Performance Indikators) sind eine wichtige Kenngröße zu Ihrem Erfolg bzw. zur Zielerreichung. Typische SEO-KPIs sind bei vielen Agenturen noch Sichtbarkeit nach irgendeinem SEO-Tool Index. Ich rate eher davon ab. Denn der Zugewinn einer Sichtbarkeit in den Suchmaschinen kann nur als grober Richtwert dienen. Aus unternehmerischer Sicht dürfte die  Anzahl der Verkäufe im Onlineshop eine wichtigere Kenngröße sein. Als Magazin oder Blogbetreiber dürfte die Anzahl der Newsletter oder Abonnenten oder die Anzahl wiederkehrenden Besucher interessante sein. Auch die Anzahl der Page Impression könnte solch eine KPI sein, die sinnvoller sein.

Wie definiere ich mein Onlinemarketing-/ SEO-Ziel?

Idealerweise ist die KPI ein Teil Ihrer Zieldefinition. Eine Ziel sollte immer S.M.A.R.T sein. Also spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert.

Beispiele:
  1. Steigerung der Besucher auf Seite oder Unterseite “XYZ”, um 10 % innerhalb eines Quartals.
  2. Erhöhung der Domainpopularität der Homepage um 4 Domains innerhalb eines Monats.
  3. Steigerung der Conversion Rate um 10 % für die Seite “XYZ” innerhalb eines Jahres.

Mit welchen Keywords wird die Internetseite gefunden?

Wenn Sie sich fragen, warum keine Anfragen oder Käufe über Ihre Website generiert werden, sollten sich als erstes einen Überblick darüber verschaffen mit welchen Keywords sie gefunden werden. Manche Suchbegriffe liefern ihnen zwar viele Besucher, aber nicht jedes traffic-starke Keyword hat auch eine hohe Konversion. Sie können sich einen Überblick über ihre Rankings und Keywords in den Google Webmaster Tools aka Search Console verschaffen.

Welchen Content hat die Website bzw. wird von ihr aufgerufen?

Den ersten Teil können Sie sich leicht beantworten, zumindest sollten Sie ihren eigenen Content kennen. Die Frage nach dem Aufruf eines bestimmten Inhaltes ist schon etwas schwieriger zu beantworten. Ich empfehle auf hierfür entweder die Google Search Console, Google Analytics oder ein anderes Tracking Tool.

Mit welchen Keywords soll die Internetseite gefunden werden?

Die antworten auf dieser Frage sind von strategischer Bedeutung. Wie schon oben erwähnt gibt es Keywords, die zwar viele Besucher liefern, aber kaum einen unternehmerischen Mehrwert bieten. Natürlich ist das auch eine Definitionsfrage.

Wenn Sie noch mal nach oben auf die Ziel Beispiele 1 bis 3 schauen. Wenn Sie Ziel 1 verfolgen, wird es sinnvoll sein möglichst auf trafficstarke Keywords zu optimieren. Das dritte Ziel erfordert erfahrungsgemäß eine entgegengesetzte SEO-Strategie. Hier ist es sinnvoll trafficstarke Keywords zu eliminieren und durch weniger oft gesuchte, aber dafür auf spezielle Keywords zu optimieren.

So ist das erste Ziel eher eine SEO-Strategie für Magazine und Blogs und das dritte Ziel eher für Onlineshops zu empfehlen.

Welchen Content benötige ich?

Im Anschluss wird festgelegt, ob Content eliminiert wird bzw. so umgestaltet wird, dass die SEO-Strategie auch aufgeht. Wenn Sie die richtigen Keywords kennen, die Sie zur Zielerreichung benötigen, sind Sie einen gigantischen Schritt weiter.

Ein Blick auf Ihren Wettbewerb kann Sie bei der Keywordrecherche erheblich weiterbringen!

Wie ist meine Seitenstruktur aufgebaut?

Kommen wir zu einem weiteren sehr wichtigen Fragestellung mit strategischer Bedeutung. Als SEO-Texter stoße ich immer wieder auf Hindernisse, die durch eine unausgereifte Seitenstruktur entstehen.  Mit Seitenstruktur meine ich das Gerüst, das den Content umgibt. Dazu gehören Navigationselemente, die auf der gesamten Seite verfügbar sind. Vom besonderen Interesse sind hier die Begrifflichkeit, die in den Menüs vertreten sind. Wenn es sekundären Content bzw., unterstützenden Content auf der Seite gibt, ist dieser ebenfalls von Interesse. Ich erläutere es mal am besten wieder an einem kleinen Beispiel:

Ein Kunde von mir wollte unbedingt zu  “Suchbegriffe + Ort “ranken, hatte aber das stärkste Signal für eine lokalen Bezug, seine Adresse, nur im Impressum versteckt und dieses auch noch auf noindex, nofollow gesetzt, Sprich Google sollte diese Seite gar nicht beachten. Lösung war hier, die Adressdaten unten im Footer unterzubringen und die Seitentitel wurden noch um den Ort ergänzt. Auch die interne Verlinkung wurde gezielt nutzt und im Content wurde der Ort an passender Steller ergänzt.

Google misst gerade den Keywords in ihrer Navigation einen besonderen Wert bei. So können Sie die Navigation mit schema.org auszeichnen, was zu weiteren Sitelinks im Suchergebnis führen kann. Die Google Nutzer können so viel zielgerichteter auf Ihre Seite gelangen. Das Bild unten zeigt das Suchergebnis meiner Seite, wenn sie nach internet-pr-beratung.de in Google suchen.

Suchergebnis mit Sitelinks

Screenshot: Suchergebnis mit Sitelinks

Die Suchmaschine bildet diese zusätzlichen Links automatisch, anhand der Navigationsauszeichnung und dem Nutzerverhalten. Als SEO-Tool zur Dokumentation der eigenen Seitenstruktur empfehle ich Screaming Frog. Die Software wird auf dem eigenen PC installiert und Sie können damit Ihre Webseite oder die Webseite eines Mitbewerbers crawlen. Es gibt aber auch mittlerweile sehr viele kostenpflichtige SEO-Dienstleister, wie z.B. Audisto oder Seoratio-Tools, die einen ähnlichen Service anbieten. Der Mehrwert liegt hier in der optischen Aufbereitung und im Support.

2. Website-Optimierung & Internet-PR

Wenn Sie die erste Phase der Suchmaschinenoptimierung abgeschlossen haben und wissen, was die Stärken und Schwächen der Website oder des Onlineshops sind, wissen Sie wohin die Reise gehen soll. Die Strategische SEO-Planung ist abgeschlossen und es ist Zeit für die Optimierung ihres Shops oder Website. Als erster sollten Sie mit dem Grundgerüst Ihres Onlineshops bzw. Webseite anfangen.

Seitenstruktur verbessern

Wenn Sie die aktuelle Seitenstruktur kennen, müssen sie wieder eine strategische Entscheidung treffen. Nämlich möchte ich meinen Shop oder Webseite nach einer thematischen Nische ausrichten oder möchte ich meinen Lesern ein möglichst breites Spektrum an Inhalten anbieten.  In beiden Strategien sollten Sie jedoch eine möglichst flache Hierarchie etablieren. Bei Seiten über 4 Ebenen wird es für den Googlebot schwierig alle Inhalte gleichmäßig zu crawlen und auch Ihre Besucher möchten mit so wenigen Klicks wie nötig ihr Ziel erreichen.

So könnte eine gute Informationsarchitektur einer Webseite aussehen:

SEO freundliche Informationsarchitektur

In dieser Seitenarchitektur ist der User in maximal 4 Klicks auf jeder Unterseite oder Kategorie. Die Grafik ist zu dem noch eine stark vereinfachte Darstellung einer SEO-Silo-Struktur, die ich in einem anderen Artikel hier umfassend erörtert habe.

Wenn Sie eine thematische Nische besetzen möchten, dann sollten Sie aus der vorangegangen Keywordrecherche die wichtigsten Schlüsselbegriffe gefunden haben. Die wichtigsten 6 Keywords sollten dann in der Hauptnavigation als Kategorie auftauchen. Darunter kommen dann die speziellen Fachartikel oder Produkte, die sie kreuz und quer intern passend verlinken.

Wenn Sie eine umfassende Rankingstrategie für sich wählen sollten dennoch so spezifisch, wie nur möglich bleiben und ein SEO-Silo-Struktur einrichten. Der Unterschied zur Nischenstrategie ist, eigentlich gar nicht so groß nur dass sie hier intern nur innerhalb eines Themas verlinken. Wenn Sie sich meine Webseite ein wenig genauer anschauen, werden Sie entdecken, dass meine Hauptnavigation thematisch fokussiert ist. Wenn Sie auf SEO oben klicken, werden Sie alle wichtigen Punkte zum Thema SEO in der Hauptnavigation finden. Die Startseite hat wieder eine ganz allgemeine Hauptnavigation. So fokussiere ich die Themen auf meiner Seite und biete dem Bot und meinen Leser die schnellstmöglichen Klickpfade zu thematisch relevanten Inhalten an. Es ist die niedrigste Stufe von responsivem Content, die man etablieren kann. Unter der Berücksichtigung des GEO- und Device-Trackings könnte ich meinen Content noch ein Stück weit responsiver gestalten, aber  dieses Thema ist so komplex, dass es einen separaten Artikel wert ist. 😉

Content verbessern

Im Content-Audit aus der ersten Phase, haben Sie entdeckt, welche Inhalte gut sind und welche weniger gut. Besonders Seitenbetreiber, die von dem Panda-Update betroffen sind, sollten hier viel mehr Energie investieren.  Erweitern Sie Ihre Inhalte und beantworten Sie wichtige Fragen damit. Erleichtern Sie durch eine gezielte interne Verlinkung Klickanreize.

Erweitern Sie Textwüsten mit Bildern, Videos Infografiken, Whitepapers zum Download oder Audiofiles zum hören. Ich bekomme immer wieder mit, dass sehr viele Shopbetreiber Content nur mit Text gleichsetzen. Gerade Bilder und Grafiken werden oft stiefmütterlich behandelt. Verachten Sie nicht die Kraft des Bilder SEO! Und Videos sind mittlerweile zum Trafficfaktor Nr.1 im Netz geworden. Betreiben Sie Youtube SEO mit einem eigenen Videokanal, indem Sie beispielsweise Produkte/Services, Ideen, Tipps & Tricks kurz vorstellen. So erweitern Sie Ihren Kommunikationskanal und können gleichzeitig die Videos im Content als Eye-Catcher verwenden. Das alleine steigert die Verweildauer auf Ihren Seiten erheblich.

Content neu erstellen

Sie haben also für sich festgestellt, dass Ihre Website zu wenig passenden Content hat. Wenn Sie für einen bestimmtest Oberthema in Google gut gefunden werden möchten, sollte Ihr Inhalt umfassend sein. Wenn Sie es nur einen speziellen Suchbegriff abgesehen haben, brauchen Sie nicht unbedingt einen 2000 Wörter Artikel.  De Inhalt sollte jedoch nahe liegende Fragen zu diesen Spezifischen Suchbegriff beantworten. Die Grundlagen des SEO-Textens helfen Ihnen dabei sicherlich weiter.

Bevor Sie jedoch Blind drauflos schreiben. Geben Sie den Suchbegriff in Google ein. Achten sie dabei darauf, dass Sie nicht eingeloggt sind. Am besten nutzen Sie den Chrome oder Firefox Browse im “Inkognito Modus”. Schauen Sie sich die ersten 10 Suchergebnisse genau an. Leiten sie davon einen passenden Title und Meta Description ab.

Dann schauen Sie die Seiten, die schon auf den Plätzen Ranken, wo Sie auch hinwollen genau an. Hinterfragen Sie kritisch, wie Sie Ihr Angebot noch besser für den Nutzer gestalten können. Achten Sie auch vor allem auf die Begrifflichkeiten, die ihre Mittbewerber verwenden und Fragen, die deren Content beantwortet.

Die Zeiten in denen man nach Keyworddichte irgendwelche belanglosen und langweiligen SEO-Texte geschrieben hat, sind schon lange vorbei. Google hat sich weiterentwickelt und erkennt immer besser semantische Zusammenhänge. Wiederholen Sie also nicht stur ein Keyword, sondern nutzen Sie Synonyme und stellen sie semantische Zusammenhänge in Ihren Inhalte her.

Übrigens, die Bildererkennung von Google wird immer besser. Wer den Dienst Google Fotos nutzt und dort nach seine hinterlegten Fotos nach bestimmten Keywords sucht, wird erstaunt sein wie gut die Bilderkennung funktioniert. Auch der Inhalt von Videos wird durch maschinelles Lernen immer besser von Google verstanden werden.  Noch sind diese unglaublichen Features nicht für den allgemeinen Rankingalgorithmus freigeschaltet, aber in Zukunft wird dies sicherlich der Fall sein. Nutzen Sie also schon jetzt dieses Wissen und erstellen sie nicht nur relevanten Textcontent, sondern auch Bild und Bewegtbildinhalte.

Kurz gesagt, bauen Sie einfach verdammt gute Webseiten mit den besten Inhalte, die Sie liefern können!

Content Promotion

Nachdem Sie großartige Inhalte erstellt haben, kommen die Besucher immer noch nicht von alleine. Dieses Märchen liest man im Netz immer wieder. Schaffe großartigen Content, dann kommen die Besucher ganz von alleine. Mit Verlaub, aber das ist Bullshit!

Damit ihre Inhalte auch gefunden werden müssen Sie Ihnen Content promoten. Als erstes sollten Sie eine XML-Sitemap in der Google Search Console und in der Bing Search Console einreichen. Durch eine XML-Sitemap zeigen sie den Suchmaschinen auf effiziente weise, welche Inhalte sie im Netz indexiert haben möchten.

Es gibt kurioserweise im Internet immer noch Seiten und Services die Software, wie z.B. “Hello engines” anpreisen und damit werben. Webseiten in mehreren Hundert Suchmaschinen und Webkatalogen einzutragen.  Falls Ihnen mal ein unseriöser Vertreter meiner Zunft mit diesen Services auf den Leib rückt, können Sie getrost ablehnen.  Reichen Sie einfach Ihre Webseite in den o.g. Diensten ein und gut ist.

Zusätzlich empfiehlt es sich die Werbetrommel für Ihre Inhalte zu rühren. Zeitgemäß sind Aktivitäten im Sozialen Netz. Engagieren Sie sich z. B. auf Facebook, Twitter und Co. als Person und teilen Sie an passender Stelle ihre Inhalte.

Pressemitteilung und Gastbeiträge zur Webpromotion

Auch Pressemitteilungen sind ein guter Weg um auf sich und seine Produkte und Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Damit meine ich jedoch nicht, die viele Onlineportale, wo man seine Textwüsten pflegt und die kein einziger Journalist oder Blogger besucht, sondern echte Pressemitteilungen, die an echte Menschen per E-Mail oder sogar Post gesendet werden. Suchen Sie sich für den Anfang eher kleinere lokale Medien aus und sammeln Sie Erfahrung in der Zusammenarbeit mit der Presse.

Versuchen Sie Geschäftspartner und Zulieferer mit eigenen Webseiten als Linkpartner zu gewinnen. Oder schreiben Sie Gastbeiträge auf relevanten Portalen und etablieren Sie so weiter im Netz, einen Expertenstatus. Früher wurde diese Art der Webpromotion für simplen Linkaufbau missbraucht. Da wurden Gastbeiträge und irrelevanten Webseiten veröffentlicht mit harten Money-Keywords. Diese Art der Gastbeiträge sind Google zu Recht ein Dorn im Auge und sollten vermieden werden.

Auch die Debatte um Follow und Nofollow halte ich für Überholt. Wichtig ist die tatsächliche Relevanz des Mediums auf den ein Link entsteht, und wie oft er angeklickt wird. Google bekommt über den Chrome Browser, den Android Smartphones und Google Analytics mit, woher die Besucher einer Seite kommen und wie sie sich dann auf der Seite verhalten mit.

Wenn Sie wirklich sehr spezifischen Content haben, kann er vielleicht auch als Ergänzung  eines umfassenden Wikipedia-Artikels dienen. Sie könnten z. B. Thesen in einem Wikipedia-Artikel durch Referenzierung unterstützen und erweitern.

Vielleicht gibt es aber auch in Ihrer Nische Blogger, die Ihre Produkte und Services auf Herz und Nieren testen möchten. Der Fantasie zur Content Promotion sind keine Grenzen gesetzt. Nur machen Sie es sich nicht zu einfach und kaufen einfach wild drauf los, irgendwelche irrelevante Links bzw. Artikel mit Links.

3. Kontrolle

Kommen wir nun zum dritten Teil des SEO-Prozesses. Wir wissen also, wo wir stehen und haben aufgrund der vorhandenen Informationen uns eine clevere SEO-Strategie ausgedacht und Maßnahmen  daraus abgeleitet und umgesetzt.  Jetzt ist es an der Zeit auch den Erfolg unserer Maßnahmen zu messen.

Wer Zeit hat und wissenschaftlich an die Erfolgsmessung herangeht, sollte jedoch zuvor bei der Umsetzung im Kopf haben. Erst eine SEO-Maßnahme durchführen, eine Zeit abwarten und dann den Erfolg messen. Wenn Sie zu viele Maßnahmen gleichzeitig umsetzen, können Sie nur sehr schwer bis gar nicht,  die Gewichtung einzelner SEO-Hebel zu identifizieren.

Habe ich mein Ziel erreicht?

Zur Beantwortung dieser Frage sollten Sie wieder einen Blick auf Ihre Zieldefinition werfen. Ich habe Ihnen die S.M.A.R.T Formel für Ihre Zieldefinition ans Herz gelegt.  Ein Bestandteil der Formel ist das „M“, das für Messbarkeit steht. Bevor Sie also irgendeine SEO-Maßnahme umsetzen, ist es unerlässlich einen sogenannten Tracking-Code in Ihre Website zu einzubinden. Dieser erhebt Daten über das Nutzerverhalten auf Ihrer Seite. Diese können Sie über eine Tracking-Software dann auswerten.

Ich selber nutze sehr gerne das endgeldfreie Google Analytics. Doch bevor sie auch hier wild drauf los Ihre Nutzer durchleuchten müssen Sie als Websitebetreiber prüfen in welche Art und Weise Tracking-Tools nutzen können, damit Sie nicht mit dem Deutschen Datenschutzgesetz in Konflikt geraten.  Ich empfehle hier eine separate Unterseite anzulegen, die eine umfassende Datenschutzerklärung beinhaltet. Der Deutsche Datenschutz ist relativ streng im Vergleich zum Datenschutz in den USA. Wenn Sie hier unsicher sind sollten sie im Zweifel einen Anwalt zu Rate ziehen. Es gibt aber auch im Netz mittlerweile sogenannte Impressum Generatoren und Datenschutzerklärung Generatoren.

Website-Tracking-Tools verwenden meist so genannte Cookies und laut aktuellem EU-Datenschutzrecht sind Sie verpflichtet Ihre Leser darauf hinzuweisen, wenn Sie welche einsetzen. Zudem sollte auch eine Möglichkeit bestehen, dem setzen von Cookies zu widersprechen. Für WordPress gibt es mittlerweile eine Reihe an Plug-Ins, die das können. Ich selber finde das Plug-In EU Cookie Law ganz brauchbar.

Erst wenn sie alle Bedingungen des Datenschutzgesetzes erfüllt haben, könne sie mit der Implementierung eines Website-Tracking-Tools beginnen und den Erfolg Ihrer Website messen.

Eine Garantie auf eine verlässliche Rechtssicherheit ist für Deutsche Webseitenbetreiber trotzdem nicht gewährleistet. Denn das Internet und seine Technologien sind für viele Politiker und Juristen immer noch Neuland. Aber lassen wir das lieber, diese Debatte hier weiter auszuführen.

Um auf die Erfolgsmessung mit Google Analytics zurück zu kommen. Ich empfehle Ihnen hier eine der vielen Onlinekurse zu Google Analytics zu nutzen, oder einen Experten für die Einrichtung zu konsultieren. Google Analytics ist doch recht komplex und viele Neulinge sind zunächst von den vielen Möglichkeiten überwältigt.

Google Analytics alleine ist jedoch nicht ausreichend um den SEO-Erfolg einer Website genau zu messen.  Es gibt viele kommerzielle SEO-Tools die genau das anbieten und allerlei Information zu Websitepositionen und Sichtbarkeit anbieten. Solche Tools nutze ich auch. Meist muss hier eine monatliche Gebühr für diesen Service entrichtet werden. Wenn sich ihre Website selbst trägt, sollten sie sich eines der vielen Tools genauer anschauen. Bis dahin sollten Sie sich intensiv mit der Google Search Console auseinander setzen. Ich habe sie ja schon weiter oben einmal erwähnt. Neben der Content-Promotion über die XML-Sitemap können Sie hier auch gut den SEO-Erfolg einsehen.

So ist es möglich hier den Verlauf einer Suchposition innerhalb der Google Suche nach zu vollziehen. Sie können hier Vergleiche zum Vormonat anfertigen und nach bestimmten Suchtypen filtern. Es werden ihnen die Impressionen Ihres Sucheintrages angezeigt. Zudem ist es möglich hier zu sehen, wie oft ihr Sucheintrag von den Nutzern angeklickt wird. Diese Klickrate wird dort als CTR, also als Click-Through-Rate ausgewiesen.

Sie können hier auch auf Seitenebene einsehen, welche Seite mit welchen Suchbegriffen gefunden wird. Im Grunde haben Sie hier alles was sie für den Anfang zur Messung ihrer SEO-Maßnahmen benötigen.  Zudem müssen Sie hier kein Tracking-Code installieren oder eine speziellen Hinweis in Ihrer Datenschutzerklärung abgeben.

Welches neues Ziel setze ich und wie kann ich es erreichen?

Die Antwort auf diese Frage liefert uns das „R“ in der S.M.A.R.T. Formel. Es steht für realistisch. Setzen Sie sich für den Anfang kleine Ziele und werden sie erst mit der Zeit ambitionierter. Rom wurde auch nicht an nur einem Tag erbaut. Nur Erfahrung hilft Ihnen hier wirklich weiter. Fangen sie vielleicht erst mal mit 10 Besucher am Tag an und versuchen Sie diese erst nur zu verdoppeln und dann immer so weiter. Erst wenn Sie ca. 1000 echter Besucher im Monat erhalten werden sie aussagekräftige Google Analytics Ergebnisse bekommen und können daraus weitere neue Maßnahmen ableiten. Ihr erstes Ziel sollten also mindestens 1000 echte Besucher im Monat sein.

Was sind die Ursachen für den Misserfolg?

Hinterfragen Sie sehr kritisch ihre eigenen Zielvorstellungen. War das Ziel unrealistisch oder war der Zeitraum („T) zu knapp bemessen? Vielleicht war ihr Ziel auch nicht spezifisch („S“) genug. Oder es gab Messfehler im definierten Zeitraum. Sowas kommt immer wieder vor.

Wie dem auch sei auch hier sind sie auf ein Analyse-Tool, wie z.B. Google Analytics angewiesen.

Woher kommt mein Website-Traffic?

Diese Frage ist für den Erfolg Ihrer Website essenziell. Erst wenn Sie wissen wo ihre Nutzer zuvor waren, können sie eine Aussage über deren Intention machen.

Beispiel:

Mal angenommen Sie betreiben einen Onlineshop für Kaffeevollautomaten. Ein Nutzer der über eine Suchmaschine mit dem Suchbegriff „Philips Kaffeevollautomaten kaufen“ kommt hat eine eindeutige Kaufabsicht.

Ein Nutzer der über ein Social Network, z.B. Facebook kommt, hat meist eine ganz andere Absicht auf Ihrer Seite.  Vielleicht hat ihm ein Freund eine bestimmte Kaffeemaschine empfohlen und will sich zunächst nur informieren.

Kommt ein Nutzer über eine Forenlink, wo ihn zuvor eine Anleitung für einen bestimmten Kaffeeautomaten versprochen wurde hat vielleicht nur ein Support Thema auf dem Herzen.

Am Wichtigsten für Ihren SEO-Erfolg ist es, dass sie Ihren Nutzern den Content anbieten, der die aktuelle Intention der Nutzer befriedigt. Ich kann es gar nicht oft genug wiederholen. Wenn sie allein das beherzigen, folgt alles andere fast wie von selbst.

Welchen Content habe ich und wird er auch gefunden?

Schauen Sie sich zum Schluss immer wieder ihren Content an und hinterfragen sie kritisch, ob er auch mit Ihren Zielen übereinstimmt.

Blähen Sie ihre Website nicht künstlich auf und verstopfen Sie nicht den Suchindex mit lieblosen Unterseiten, die keinerlei Mehrwert für Sie und Ihre Nutzer haben.

Auf der anderen Seite ist es unrealistisch für einen bestimmen Suchbegriff zu ranken, der nicht auf nur irgendeiner Seite von ihnen vor kommt.

Beispiel:

Ein Kunde von mir für Überwachunskamera, wollte für genau diesen Begriff in den Index. Doof war nur dass der Begriff „Überwachungskammera“  auf keiner Seite genutzt wurde. Auch Synonyme waren nicht vorhanden. Es waren lediglich Bilder mit Überwachungskameras vorhanden und die Markennamen der Produkte.

Als ich die Marketingleiterin auf diesen Umstand hinwies konnte sie es erst gar nicht glauben.

In einem anderen Beispiel hatte ein Kunde zwar viel passenden Content erstellt, diesen aber auf noindex gestellt und so für die Google Suche ausgeschlossen.  Auch sowas kommt immer wieder vor. Zum Beispiel immer dann wenn man seine Seiten oft umstrukturiert Content zusammenfasst und dann wieder dezentralisiert oder überarbeitet.Wenn Sie mit mehreren Leuten an der Optimierung einer Seite werkeln, sollten Sie jeden Schritt dokumentieren und größere Maßnahmen  in Meetings absprechen.

Im Grunde sind wir wieder bei der Ausgangslage und der SEO-Prozess beginnt wieder von vorn.

(Dieser Artikel ist noch nicht abgeschlossen und wird stetig erweitert werden.)

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