Von der Suchmaschinenoptimierung zur Intentoptimierung

Wie komme ich bei Google ganz nach oben?

Sky is the limit

Foto: Sky is the limit | (CC BY 2.0) von Flicker-User ybs

Diese Frage stellt sich wohl jeder, der einen Onlineshop betreibt. Wer bei Google ganz oben zu einem bestimmten Suchbegriff stehen möchte, muss über 200 Variablen berücksichtigen, die der Google Algorithmus beinhaltet. Ein Mensch ist hier mit überfordert, deswegen sind auch SEO Tools, so beliebt, weil sie eben viele Aspekte automatisch berücksichtigen und für den Menschen in wohl verdauliche Häppchen aufbereiten. Doch in naher Zukunft wird dieses Modell nicht mehr funktionieren.

Google arbeitet daran die Künstliche Intelligenz auf ein menschliches Niveau zu bringen. Google selber predigt schon seit Jahren in seinen Webmaster Guidelines zur Suchmaschinenoptimierung, Webseiten für den Nutzer zu erstellen und nicht für die Suchmaschine. Ein sehr wichtiger Hinweis dafür, dass Google es auch wirklich ernst damit meint, ist der Kauf des Start-ups von DeepMind. Hier wurde also ein Unternehmen gekauft, dass die Creme de la Creme der Forscher auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz beschäftigt. Wer jetzt noch auf die SEO-Methoden der vergangenen Jahre setzt, wird das Nachsehen haben.

Black-Hat SEO-Tricks haben keine Zukunft

Black Hat SEO

Foto: Ein Black Hat SEO wird identifiziert

Man stelle sich vor jede Webseite wird vollautomatisch von einem SEO-Profi auf alle Tricks untersucht, die man als Suchmaschinenoptimierer anwenden könnte. Bei Missachtung der Google Guidelines folgen die Sanktionen sofort, zugleich wird die Webseite von dem Googlebot so wahrgenommen, wie es ein Mensch auch könnte. In diesem Punkt ist Google schon sehr weit, nicht umsonst verlangt Google vollen Zugriff auf alle Dateien, die auch für die Darstellung einer Webseite benötigt werden. Seiten, die den Zugang verwehren, werden gnadenlos aus dem Index verbannt.

Schon jetzt reagiert Google sehr sensibel auf offensichtliche Manipulationen, als da wären, Keyword Stuffing, sehr viele Links mit harten Money Keywords und automatisierten „Thin Content“, bzw. Duplicate Content. Jeder Black-Hat SEO hat mittlerweile Albträume von schwarz-weißen Tieren, die „Panda“ oder „Penguin“ heißen. Was kommt als Nächstes ein Zebra Update?

Wie Google zur Antwortmaschine wird

Antwort des Lebens des Universum und allem

Foto: Google hat auf alles eine Antwort und Humor

Die Zeiten, in denen der Nutzer nur eine Liste mit Linkempfehlungen bekommen hat, sind endgültig vorbei. Google entwickelt sich viel mehr von einer Suchmaschine, hin zu einer Antwortmaschine. Gerade im US-Markt nimmt die Anzeige der Antwortboxen und des Knowledgegraphens stark zu. Auch hier hat sich Google das Know-how mit Freebase eingekauft, um semantische Zusammenhänge besser zu erkennen. Das Tolle für uns SEOs war, dass jeder bei Freebase mitmachen konnte und dort Terme mit definieren konnte. Wer wird also in Zukunft bestimmen welche Antworten Google geben wird? In welchen Kontext werden Marken und Personen gebracht werden. Die Beschäftigung mit dem Knowledgegraphen und allem, was damit zusammenhängt ist ein komplexes Thema und mit eines der wichtigsten für die Zukunft von SEO.

Baut sinnvolle und zweckmäßige Webseiten

Erst vor Kurzem hat der Google Research Blog eine Meldung herausgegeben, dass die Suchmaschine daran eifrig arbeitet, automatisch Bildunterschriften zu generieren. Was zunächst als Gimmick für Fotografen erscheint, ist in Wirklichkeit noch viel wichtiger für das Onlinemarketing Business. Denn wenn Google jetzt den Bedeutungsinhalt von Bildern erkennt, dann kann die Suchmaschine erst recht Webseiten beurteilen, wie ein Mensch. Aufgaben, die aktuell noch menschliche „Quality Rater“ erledigen, werden von der Künstlichen Intelligenz vollautomatisch wahrgenommen werden, bei gleicher Bewertungsqualität. Das heißt für alle Suchmaschinenoptimierer, nicht nur der Text muss stimmen, sondern auch die Bilder und das Webdesign der Seite. Kurz gesagt, der gesamte Content muss dem Nutzer dienlich sein.

Webseiten, die jetzt den Fokus auf die Intentoptimierung legen, werden es also deutlich leichter haben. Die Conversionoptimierung und die Usability einer Webseite wird immer wichtiger werden und mit entscheiden über das Ranking. Schwierig zu beeinflussende Metriken, wie die Anzahl und Güter der Backlinks, die auf eine Webseite zeigen, werden dann weniger wichtig werden für das Ranking.  Entscheidend ist der Zweck, den eine Webseite erfüllt und wie vertrauensvoll diese ist. Reine Infoseiten werden langfristig kein lukratives Geschäftsmodell mehr sein, denn Google sagt dem Nutzer ja schon alle Fakten. Nur Webseiten, die den Nutzerintent, also die Absicht des Nutzer vollständig erfüllen, werden erfolgreich sein. Wer also im Netzt noch erfolgreich sein möchte, sollte sich unbedingt mit dem Intentmarketing beschäftigen und dessen Grundregeln immer im Hinterkopf behalten.

Google wird die Grundfesten der Menschheit erschüttern

Delphi, Tholos

Foto: Delphi, Tholos |(CC BY 2.0) von Flickr-User Arian Zwegers

Die Fortschritte sind so fundamental und bahnbrechend, dass Google selber einen Ethikrat eingerichtet hat, schließlich stehen wir kurz davor das erste Mal mit einer anderen Intelligenz zu interagieren, die mindestens auf gleichem Niveau operiert. Wird Google zu einem Skynet werden? Elon Musk fürchtet sich vor dieser Entwicklung und der ist nicht gerade für seine Technikfeindlichkeit bekannt. Das Thema der allmächtigen Maschine, die die Welt kontrolliert ist nicht neu. Wer kennt eigenetlich nicht neu schon in den 60gern und 70gern nahm der Film Colossus diese Vision vorweg. Oder in den Achtzigern, der Film WarGames baut auf einem ähnlichen Motiv auf. Wer all diese Filme kennt, wird die aktuelle Entwicklung der Künstlichen Intelligenz eher skeptisch sehen. Die Frage ist, wie nicht ob diese Vision in leicht abgewandelter Fom oder überhaupt kommt, sondern wann? Bis dahin werde ich so gut wie es geht mit Onlinemarketing mein Geld zu verdienen.

Wir leben in einer sehr spannenden Zeit.

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