Amazon Alexa oder Google Home?

Amazon Alexa oder Google Home?
Foto: von Amazon Echo Dot 3. Generation und Google Home Mini

Welcher Sprachassistent ist besser?

Meine Kunden fragen mich immer wieder nach einer Einschätzung darüber, welcher Sprachassistent denn nun besser sei. Die Meinungen gehen hierüber im Netz mitunter, auch unter „Experten“, arg auseinander. Hinzu kommen immer wieder Testberichte im Netz, deren Ergebnisse auch immer wieder variieren.

Was ich auf jeden Fall mit Sicherheit sagen kann ist, dass man sich nicht auf die Testberichte verlasen kann, weil sie immer nur eine Momentaufnahme sind. Alle Sprachassistenten unterliegen einer hohen Dynamik und Fortentwicklung seitens der Betreiber. Es ist fast aussichtslos hier eine abschließenden Bericht anzufertigen mit einem endgültigen Ergebnis. Leider wird dieser Umstand aber immer wieder in allen Testberichten nicht thematisiert. Als Leser bekommt man dann immer den Eindruck, dass dieser oder jener Sprachassistent besser sei.

Welche Sprachassistenten gibt es?

Wirklich relevant sind in Deutschland nur die hier aufgeführten Sprachassistenten, wobei die ersten beiden eine herausragende Rolle haben.

  • Amazon Alexa
  • Google Assistant
  • Apple Siri
  • Samsung Bixby

Ich selber kann nur Alexa, Google Assistant und Bixby bei mir zuhause testen. Sofern ist meine Einschätzung bezüglich Siri nicht erfahrungsgetrieben, sondern beruht eher auf hören sagen.

Die meiste Erfahrung habe ich mit Amazons Alexa, da dieser Sprachassistent bei mir im Haushalt voll integriert ist. Zudem entwickle ich für diesen Sprachassistenten selber Skills in der Programmiersprache Node.Js . Den Google Assistant habe mit einem kleinen Google Home Mini bei mir am Schreibtisch zu Testzwecken im Einsatz auch auf dem Smartphone nutze ich ihn gelegentlich. Eine Voice App habe ich für den Google Assistant noch nicht entwickelt, ist aber für dieses Jahr geplant.

Samsungs Bixby habe ich bei mir auf meinem Smartphone auch aktiviert, nutze in jedoch noch seltener als den Google Assistant. Ein Grund dafür ist, dass ich ungern mit meinem Telefon in Englisch rede. Wenn es Bixby auch in Deutsch geben wird, könnte sich das aber auch ändern. Aber kommen wir nun zu dem eigentlichen Thema.

Wofür werden Sprachassistenten genutzt?

Wie oben schon beschrieben nutze ich Amazon Alexa bei mir zuhause. Ich habe mit „ihr“ meine Haushalt weitestgehend automatisiert. Ich kann mit ihr meine Lichter steuern, meine TV, und sogar meine Kaffeemaschine. Im Prinzip jedes Gerät was mit einem Kippschalter aktiviert wird lässt sich auch per WLAN Steckdose mit Alexa steuern.

Im Prinzip würde das auch mit meinem Google Home Mini funktionieren. Dieser ist aber nicht in jedem Raum bei mir. Da war eben Amazon schneller und in jedem Raum gleich beide Assistenten hinzu stellen finde ich ein wenig übertrieben und unnötig.

Neben der Steuerung meiner Elektrogeräte nutze ich Alex vor allem zum Musik hören und zur Unterhaltung mit Spielen.

Der Aspekt der Organisation von Terminen, To-Do-Listen und Einkaufslisten dürfte auch für viele wichtig sein.

Nutzer möchten Lösungen von Sprachassistenten haben

In den oben erwähnten Sprachassistent Testberichten beschränkt man sich meist nur auf die Kategorie der Wissensabfrage. Dabei stellt dieser Aspekt nur ein kleinen Teil des Nutzungsspektrums dar. Wie oben erwähnt, nutzen die meisten Nutzer Ihre Sprachassistenten zur Unterhaltung und zum Musik hören, sowie zum vorlesen der Nachrichten.

Diese Aspekte werden bei den Tests kaum berücksichtigt. Wäre dies der Fall, würde Amazons Alexa alle Mitbewerber eindeutig in den Schatten stellen. Denn Amazon hat es geschafft eine sehr große Entwickler-Community rundum seinen Sprachassistenten aufzubauen. Hinzu kommt ein großer Anbieterkreis von Smarthome Produkten, die meist zuerst ihre Geräte für Amazons Alexa steuerbar machen.

Als Nutzer habe ich eine bestimmte Absicht (Intent), die mein Sprachassistent für mich erledigen soll. Er soll mich zum Beispiel an meine Termine erinnern, an bestimmte Aufgaben, meine Geräte steuern, mich unterhalten oder mir einfach eine Pizza bestellen. Genau diese „Tasks“ werden bisher nur unzureichend untersucht. Wieso sollte ich nur eine Frage stellen und auf eine Antwort warten, dafür gibt es zurecht Suchmaschine wie Google. Das ist auch gut so. Ich beobachte jedoch bei meiner Familie, das ganz normale Fragen zu Fakten auch zunehmend erfolgreich von Alexa beantwortet werden. Ich kann hier die Testberichte, die behaupten, das Alexa nichts weiß und sogar Siri mehr wissen sollte, so ganz und gar nicht nachvollziehen.

Darin ist der Google Assitant unschlagbar gut

Ich beobachte, das der Google Assistant auf zwei Feldern auch in absehbarer Zeit unschlagbar gut ist. Bei allen Übersetzungsfragen ist die Nutzung über den Google Assistant angenehmer und bei allen lokalbasierten Fragen scheint der Google Assistant sehr gut zu sein. Hier zahlt sich die Verbreitung von Google Maps und das Google Branchenverzeichnis Google MyBusiness richtig aus.

Wie finde ich jetzt den richtigen Sprachassistenten?

Ich rate jedem, der sich einen Sprachassistenten kaufen möchte, sich in seinem Bekanntenkreis um zu hören und zu fragen welches System genutzt wie und warum, genutzt wird. Wer niemanden in seinem Bekannten mit einem Sprachassistent hat, kann zum Beispiel auf Facebook oder Frage-Antwort-Portalen sicherlich Hilfe finden. Hier ein paar erste Anlaufstellen für die eigene Recherche:

Ich selber bin wie folgt vorgegangen und habe mir folgende Fragen gestellt:

  • Welcher Sprachassistent ist verfügbar?
  • Was kostet mich die Anschaffung?
  • Welche Dinge kann ich mit dem Sprachassistenten erledigen?
  • Wir kann ich mit den Assistenten interagieren?
  • Welche Auswahl habe ich bei dem „Wake-Word“ (Weckwort)?
  • Welche Musikquellen kann ich nutzen?
  • Welche Informationsquellen kann ich für Nachrichten nutzen?

10 Gründe warum ich Amazon Alexa den Vorzug gebe?

Ich gebe der Sprachassistentin Alexa den Vorzug, weil…

  1. sie als erster auf den deutschen Markt war
  2. sie eine persönlichere Ansprache (Alexa) hat
  3. Alexa eine angenehmere Stimme hat
  4. ich als Amazon Prime Kunde Zugriff auf über 1 Millionen Songs habe
  5. ich als Audible Kunde mit Alexa meine Hörbücher hören kann
  6. ich als Prime Video Kunde ich meine Filme über den Echo Show sehen kann
  7. der Google Assistant unpersönlich ist und keinen richtigen Personennamen hat
  8. ich hier gefühlt mehr Geräte steuern kann
  9. ich leichter eigene Skills/ Voice-Apps für Alexa programmieren kann
  10. ich als Publisher meine Inhalte leichter monetarisieren könnte

Fazit

Ich habe mir mal den Spaß erlaubt und eine Umfrage auf Facebook erstellt. Diese Umfrage ist natürlich nicht repräsentativ. Sie stellt jedoch eine Tendenz von 230 Nutzern dar, die sich aus Anwendern der Geräte und sogenannten Experten zusammensetzen.

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem du auf Übernehmen im Banner klickst.

Ich habe hier zwar eine eindeutige Position bezogen, möchte aber meine Ansichten nicht festlegen. Im Moment passiert sehr viel auf diesem Feld der Sprachassistenten. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass ich mein teuer eingerichtetes Smarthome umrüsten werde. Ich denke, dass so auch viele andere Anwender handeln werden. So ist es kaum verwunderlich, dass zwischen den beiden Internetgiganten Amazon und Google ein erbitterter Kampf, um die Nutzer ausgebrochen ist. Die Wechselkosten sind nun mal sehr hoch und wer sich einmal für ein System entschieden hat wird nur sehr unwahrscheinlich zu einem Anbieter wechseln. Ich frage ich auch warum Anbieter, wie Appel oder Samsung so stark verspätet auf den Zug aufspringen wollen.

Dann gibt es auch noch grundsätzliche Entscheidungen, die ich mit berücksichtige. Google hat eine enormen Druck zu wachsen und muss Gewinne seine Aktionären liefern. Das Geschäftsmodell von Google bzw. Alphabet basiert zu über 95 % Prozent auf Werbeeinnahmen. Die Werbeausgaben der Werbetreibenden sind relativ mobil. In den USA werden zur Zeit größere Budgets in Amazon Werbung verschoben. Es scheint sich bei vielen Händlern herumgesprochen zu haben, dass viele Leute eben lieber über Amazon mit gesicherten Standards einkaufen, als sich jedesmal neu über einen relativ kleinen und unbekannten Onlineshop neu anzumelden. Soll heißen, diese Werbeeinnahmen von Google sind nicht auf ewig sicher.

Das Geschäftsmodell erscheint mir da nachhaltiger, denn Amazon verdient immer durch den Verkauf von Produkten und ist an den Gewinn der vielen Amazon Händler durch Verkaufsgebühren mitbeteiligt. Zudem baut Amazon seine Einnahmequellen weiter aus, wie zum Beispiel die Amazon Ads. Nur was für Amazon nur ein weiteres Zubrot ist, bedeutet für Google einfach alles. Wenn Google nicht mehr wie Amazon wird, werden wir bald eine schwindende Relevanz von Google für Unternehmen feststellen.

Posted in Online Marketing.