Wie sich die Suche mit Google verändert

Die Sprachsuche ist auf den Vormarsch. Unser Suchverhalten ändert sich gerade dramatisch. Das merke ich zum einen an mein eigenen Verhalten, und wird von Google Trends für die Gesamtbevölkerung bestätigt.

Google wandelt sich von der Suchmaschine zur Antwortmaschine. Erst gestern ging das Hervorheben von Snippets durch die deutsche SEO-Blogosphäre. Der Schlüssel für die prominente Darstellung in den Suchergebnissen ist die Beantwortung von W-Fragen. Wer jetzt nur noch stur auf Kewords optmiert wird bald das nachsehen haben. Sicherlich bleibt es wichtig die richtigen Keywords zu identifizieren, aber das kann nur der erste Schritt sein. Wer Conversions auf seiner Website erzielen möchte, sollte vielmehr die Suchphrasen finden, die seine Zielgruppe umtreibt.

Die Sprachsuche ist hier der treibende Faktor. Mit Google Trends lassen sich jetzt nicht nur stumpfe Keywordtrends abfragen, durch den Gebrauch der Sprachsuche bein den Google-Nutzern, kann ich immer mehr qualitativ höherwertige Suchphrasen finden.

Mutti ist die Beste!

Hier ein Beleg dafür, dass die Sprachsuche in der Bevölkerung angekommen ist:

Mama schlägt Papa bei den Suchanfragen

Irgendwie habe ich es erwartet. Mit Mama lässt es sich scheinbar besser am Telefon reden. In der Grafik oben könnt ihr sehen, dass die Suchphrase “rufe Mama an”, die der Papa Suchphrase schlägt. Diese Suche ergibt nur einen Sinn über eine Sprachsuche. Mit dem Suchbefehl “rufe Mama, bzw. Papa an”, kann man mit seinem Android Smartphone, ein Anruf zu seinen Eltern auslösen. Dieses Feature wird von den Deutschen auch rege genutzt.

Die Peaks in der Grafik sind besonders zu Weihnachten 2015 und Ostern 2016 ausgeprägt. Am Valentinstag wird vornehmlich die Mama, anstatt Papa angerufen. Das klingt zunächst banal und wäre ohnehin zu erwarten gewesen. Wir sollten aber nicht vergessen, dass die Sprachsuche gerade erst am Anfang ist und die Nutzung mit der Zeit immer ausgeprägter wird.

Google erleichtert das Telefonieren per Sprachbefehl

Die Suchmaschine macht es uns so leicht wie möglich per Sprache zu suchen. Bestes Beispiel hier für ist das Telefonieren per Sprachbefehl. Für Google sind Begriffe wie Mama oder Papa, Nicknames. Ihr könnt also Euren Kontakten Nicknames geben und sie ganz natürlich per Sprachbefehl anrufen. Ich habe es jetzt nur für nahe Verwandte getestet. Begriffe wie Mama, Papa, Bruder, Schwester, Oma oder Opa sollten problemlos funktionieren.

Noch spannender und zu mehr Schlüssen komme ich, wenn ich die Navigations-Suchen in Google Trends abrufe.

navigiere nach Hause oder zur Arbeit

Die meisten Deutschen navigieren per Sprachbefehl lieber nach Hause, als zur Arbeit. Und das am liebsten von Ende August bis Mitte September. Ich vermute mal, dass sind die ganzen Urlaubsheimkehrer, die mit dem Auto von ihrem Urlaubsort zurück nach Hause wollen. Ich habe das Mal mit dem Ferienzeitraum von NRW in 2015 geprüft. Ich konnte für den NRW Google Trends Graphen (“navigiere nach Hause”), einen Zusammenhang mit dem Ende der Sommerferien feststellen. Die meisten Google User wollten in der letzten Ferienwoche nach Hause mit Google navigieren.

Sehr schön kann man auch erkennen, die gegenläufigen Trends zu den Feiertagen am Jahresende erkennen. Der Song “Driving Home for Christmas” wird auch von Google Trends bestätigt. Zur Arbeit will zum Jahreswechsel hingegen keiner navigieren.  😀

Über die Arbeit in Deuschland

Aber schauen wir uns doch mal den Navigationsbefehl zur Arbeit etwas genauer an. Wer Radiowerbung betreibt, sollte sich diese Grafiken etwas genauer anschauen. Diese wird ja überwiegend morgens im Auto wahrgenommen. Anhand dieser Grafik kann man erkennen, in welchen Zeiträumen man weniger für Radiowerbung zahlen sollte, weil die Reichweite abnimmt. Diese Dellen wird man mit der Zeit noch viel besser identifizieren können.

Navigiere zur Arbeit

Die Dellen in dem Graphen passen sehr gut zu den Feiertagen, so weit, so gut. Aber richtig interessant wird es, wenn man sich dann noch das regionale Interesse an dieser Phrase anschaut.

Regionales interesse an Arbeit

Ich kann hier zwei Aussagen aus der Grafik ableiten:

  1.  Die Sprachsuche wird vor allem in den Ballungsgebieten verwendet, die ländlichen sind da gegen sehr schwach ausgeprägt.
  2. Es gibt eine deutliche Korrelation mit dem Wohlstandsgefälle von Ost nach West und Nord zu Süd zu geben.

Sozialwissenschaftler werden mit Google Trends und der Entwicklung hin zu immer mehr Sprachsuchen ein neues Tool in die Hand bekommen. Es ist doch erstaunlich, wie präzise soziale Begebenheiten sich in der Suche widerspiegeln.

Die Sprachsuche bei Google hat 2016 ihren Durchbruch

Einen weiteren Beleg dafür, dass die Sprachsuche ihren Durchbruch dieses Jahr haben wird, kann man sehr schön der Suchphrase “wie viel Kalorien hat…”, sehen.

Wie viel Kalorien hat..

Gerade zum Anfang des Jahres füllen sich die Sportstudios und jeder will für den Sommer einen schlanken Körper haben. Dieser Trend ist nicht neu. Die Suchanfrage, “wie viel Kalorien hat…”, wurde schon immer in den letzten Jahren gestellt. Neu jedoch ist, dass die Anzahl und die Dauer des Zeitraumes 2016 deutlich zugenommen haben. Das deutet darauf hin, dass diese Suchanfrage nicht nur stationär am PC über einen kurzen Zeitraum abgefragt wird, sondern eben auch mobil und das ständig im während der Diät. Wer diesen Satz in sein Android Smartphone oder Wearable spricht, erhält von Google eine Sprachantwort. So kann man mal eben bei Kochen die Kalorien eines Lebensmittels checken.

Video zu der Sprachsuche: “Wie viel Kalorien hat…”

Wie Google den Flüchtlingen und Helfern im Alltag hilft

Einen weiteren sehr deutlichen Beleg für den zunehmenden Sprachgebrauch in der Google Suche, zeigt dieser Graph an.Er zeigt den Gebrauch des Sprachbefehls, “öffne Google Übersetzer”, an.

Öffne Google Übersetzer

Der Peak und die Tendenz ist mehr als eindeutig, wie auch das regionale Interesse an ihm.

Interesse an Google Übersetzer

So ist es auch kein Wunder, dass in dem Bundesland mit den meisten Migranten und Flüchtlingen, der Bedarf in an diesen Sprachbefehl am höchsten ist. So hilft Google vielen Flüchtlingen und vor allem Flüchtlingshelfern und Beamten im Alltag, die Flüchtlingskrise zu managen.

Fazit

Das Suchen per Sprache und das Steuern des Smartphones per Sprachbefehl werden in 2016 ihren endgültigen Durchbruch haben. Suchphrasen werden einzelne Keywords im Suchvolumen schlagen. Die qualitative Marktforschung und Sozialforschung über Google Trends wird interessanter. Im Content sollten immer auch Fragen und Antworten zugleich formuliert werden. Google Trends unterstützt bei der Recherche von Formulierungen.

Das Layout der Suchergebnisse hat sich gewandelt. Bis zu vier Anzeigen werden nun in der Mitte angezeigt und der Anzeigenblock am Rand ist verschwunden, mit der Folge, dass die organischen Listings “below the fold”, rutschen. Google gibt immer mehr Antworten direkt in den Suchergebnissen und generiert diese aus dem Content von einzelnen Websites. Im Gegenzug bekommen diese Websites eine prominentere Platzierung in de Suchergebnissen. In der mobilen Suche werden Apps auch immer wichtiger und dem klassischen Webseiteneintrag als Suchergebnis bevorzugt. Die Herausforderungen an SEO sind insgesamt noch mehr gewachsen und bleibt spannend. Erfahrung und technisches Know-how werden für die Suchmaschinenoptimierung noch wichtiger, als sie es ohnehin schon sind.

 

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